Urologische Operationen

Vasektomie

Vasektomie Steyr Bild

Die Vasektomie ist ein chirurgischer Eingriff zur Sterilisation des Mannes. Die Operation wird zur Empfängnisverhütung eingesetzt. Dabei werden die
Samenleiter (Ductus deferens) im Hodensack des Mannes durchtrennt. Die
Operation erfolgt unter schmerzfreier örtlicher Betäubung.

Die Operation ist unkompliziert und wird ambulant (vor dem kleinen Eingriff ist Essen erlaubt) unter örtlicher Betäubung am Hodensack, gegebenenfalls auf Wunsch auch unter Sedationsnarkose (d.h. Schlafen während des Eingriffes), in unserer urologischen und andrologischen Facharztpraxis durchgeführt. Dazu werden über zwei kleinste Hautöffnungen am Hodensack beide Samenleiter freigelegt, jeweils ein ca. 1 cm langes Stück des Samenleiters entfernt, die Enden verödet und abgebunden. Der Eingriff dauert pro Seite etwa 15 Minuten. Das verwendete Nahtmaterial löst sich nach etwa 10 Tagen selbstständig auf, so dass ein unangenehmes Fädenziehen entfällt.
In äußerst seltenen Fällen kann es, auch bei technisch einwandfreier Durchführung des Eingriffes, durch eine spontane Rekanalisation zur unerwünschten neuerlichen Durchgängigkeit der Samenleiter kommen. Aus diesem Grund müssen nach der Vasektomie zwei Kontrollspermiogramme abgegeben werden, um die Unfruchtbarkeit und somit den operativen Erfolg nachzuweisen.
Die möglichen Komplikationen liegen im Bereich der Verletzung benachbarter Strukturen wie z.B. Gefäßen mit möglicher Minderdurchblutung der Hoden oder Entzündungen nach der Operation. Insgesamt liegt die Komplikationsrate aber sehr niedrig. Zudem sind die Komplikationen bis auf wenige Ausnahmen mit einfachen Mitteln zu behandeln. Eine erneute Zeugungsfähigkeit durch das spontane Zusammenwachsen eines oder beider Samenleiter tritt in 0,4 – 0,8% auf.
Vergleicht man die Komplikationshäufigkeiten der Vasektomie mit den auftretenden Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen unter der Einnahme hormoneller Kontrazeptiva der Partnerin (Pille), so bietet die Operation eine echte Alternative. Hierdurch kann der jahrelange Eingriff in den weiblichen Hormonhaushalt beendet werden, ohne dass das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft eingegangen werden müsste.

Als wichtiges Argument gegen eine Sterilisationsoperation wird häufig die Irreversibilität der Maßnahme angeführt. Dieses Argument darf heute nicht mehr gelten, da es in den allermeisten Fällen möglich ist, durch eine mikrochirurgische Operation unter dem Operationsmikroskop, die Samenleiter auch Jahre nach erfolgter Vasektomie wieder zu verbinden. Hierdurch kann die gewünschte Infertilität des Mannes rückgängig gemacht werden und eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege erreicht werden.

Dr. Shahin Abbasi Monem, Facharzt für Urologie, Steyr
 



Häufig gestellte Fragen zur Vasektomie


Allgemeine Fragen:

  • Kinderwunsch muss abgeschlossen sein
  • Gemeinsame Entscheidung mit der Partnerin
  • Ausreichende Information über den Eingriff

Vorbereitung für die Vasektomie:

  • Eng anliegende Unterwäsche tragen, um nach dem Eingriff den Hodensack besser ruhig stellen zu können
  • Rasur im Bereich des Hodensackes
  • Für den Eingriff muss man nicht nüchtern kommen

Tritt nach der Vasektomie bei der Ejakulation noch Flüssigkeit aus?

  • Die Ergussmenge bleibt gleich, jedoch ohne Samen, da der größte Teil der Flüssigkeit aus der Samenblase und der Prostata kommt.

Ab wann kann man nach einer Vasektomie ungeschützten Geschlechtsverkehr mit der Partnerin haben?

  • Der Samenerguss wird nach 2 Monaten und ca. 30 Samenergüsse vom Urologen kontrolliert. Erst nach der Bestätigung eines samenfreien Ejakulates ist ungeschützter Geschlechtsverkehr möglich.

Kann die Vasektomie rückgängig gemacht werden?

  • Ja, zwischen 7-10 Jahren.

Wissenswertes nach der Vasektomie:

Ist Geschlechtsverkehr möglich?

  • Es ergibt sich nach der Operation keine körperliche Veränderung.

Ist ein Orgasmus nach dem Eingriff möglich und was passiert mit den Spermien?

  • Ja, ein Orgasmus ist möglich und es ergeben sich keine körperlichen Veränderungen.

Was passiert mit dem Hormonhaushalt?

  • Durch die Vasektomie wird der Hormonhaushalt nicht beeinflusst.Die Spermien werden durch die Nebenhoden aufgesaugt.

Ändert sich das sexuelle Verlangen?

  • Nein. Nach einer Vasektomie kann der Patient mit seiner Partnerin sein sexuelles Verlangen unbeschwerter ausleben, da an keine Verhütungsmethoden mehr gedacht werden muss und die Angst einer unerwünschten Schwangerschaft wegfällt. Aufgrund dieser Tatsachen empfinden viele Patienten das Sexualleben befriedigender.

Zur Vasektomie:

Dauer der Operation:

  • 30min

Ist eine Narkose notwendig?

  • Nein, der Eingriff wird mit einer örtlichen Betäubung durchgeführt, jedoch kann auf Wunsch eine leichte Sedierung bzw. ein Beruhigungsmittel verabreicht werden.

Ist der Eingriff mit Schmerzen verbunden?

  • Die Schmerzempfindlichkeit ist von Patient zu Patient unterschiedlich, deswegen wird die Dosierung des örtlichen Betäubungsmittels je nach Empfinden des Patienten variiert.

Wo wird der Schnitt durchgeführt?

  • Es wird jeweils ein kleiner Schnitt an den Hodensäcken durchgeführt. Nach Abheilung wird beinahe keine Narbe zu sehen sein.

Was ist der Unterschied zur Kastration?

  • Bei einer Kastration werden beide Hoden vollständig entfernt, während bei einer Vasektomie nur die Samenleiter durchtrennt werden.

Gibt es ein Komplikationsrisiko bei der Vasektomie?

  • Das Komplikationsrisiko ist sehr gering, eventuelle Störungen nach dem Eingriff heilen zumeist innerhalb kürzester Zeit und ohne weitere Behandlungsmaßnahmen ab.

Welche Komplikationen können auftreten?

  • In den ersten 2-3 Tagen ist es möglich das beim Abtasten der Hoden ein Spannungsgefühl auftritt.
    Allgemeine Komplikationen wie Schwellungen, Entzündungen oder Bluterguss im Wundgebiet sind aufgrund des minimalen Eingriffes sehr selten.
    Wenn ein- oder beidseitig die Samenleiterenden durchtrennt wurden, können diese im Falle einer Entzündung im Knotenbereich wiederzusammen-wachsen und es zu einer erneuten Zeugungsfähigkeit kommen.
    Das Risiko das diese Komplikation auftritt liegt bei 0,4 - 0,8 Prozent!!!

Ist ein Krankstand nach dem Eingriff notwendig?

  • Prinzipiell NEIN, es sei denn der Patient arbeitet körperlich sehr schwer.

Ab wann kann wieder Sport betrieben werden?

  • In den ersten Tagen nach der Operation sind anstrengende Sportaktivitäten nicht zu empfehlen.
    Lange Radtouren bzw. Reiten werden erst wieder ab der 2 Woche empfohlen.

Ab wann ist Geschlechtsverkehr nach dem Eingriff wieder möglich?

  • Vorsichtiger Geschlechtsverkehr, sofern für den Patienten keine Schmerzen entstehen ist sofort erlaubt, jedoch sollte in den ersten Tagen nach der Operation der Hoden möglichst ruhig gestellt werden.
Dr. Shahin Abbasi Monem, Facharzt für Urologie, Steyr




Prostatabiopsie

Transrektale Prostatabiopsie Bei Verdacht auf eine bösartige Veränderung der Prostata wird eine Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata empfohlen. Diese Probenentnahme erfolgt mit Hilfe der "transrektalen Sonographie" über den Enddarm. Durch die Sonographie lässt sich die Prostata dabei gut beurteilen. Proben können gegebenenfalls dann auch direkt aus suspekten Bezirken unter lokaler Betäubung entnommen werden.




Rückgängig machen nach einer Sterilisation (Vasektomie)-Vasovasostomie (überbrückung von Samenleiterverschlüssen)

Der Eingriff: In regionaler Schmerzausschaltung oder in Narkose, über deren Verfahren und Risiken Sie gesondert aufgeklärt werden, werden Hoden, Nebenhoden und Samenstrang jeweils über einen kleinen Schnitt im Bereich des Hodensackes freigelegt. Die Strümpfe der durchtrennten Samenleiter, bzw. die Verschlussstellen des Samenleiters werden aufgesucht. Die veränderten Anteile der Samenleiter werden entfernt. Im Anschluss erfolgt die Prüfung auf Durchgängigkeit der Samenleiter. Das körpernahe Ende wird mit Kochsalzlösung durchgespült. Lassen Sich am körperfernen Ende des Samenleiters mikroskopisch Spermien nachweisen, so werden die Enden miteinander vernäht. (Vasovasostomie).

Vasovasostomie